Was ist Polyrhythmik in der Musik

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Patrick Stevensen
Published
November 10, 2023
Was ist Polyrhythmik in der Musik

Polyrhythmik ist eine Kombination verschiedener rhythmischer Muster innerhalb derselben Taktart. Sie wird auch als das Fehlen derselben Mindestdauer von Noten (wie Achtelnoten oder Sechzehntelnoten) innerhalb eines bestimmten Metrums definiert.

Dieses Phänomen ist sowohl in der akademischen als auch in der Volksmusik verbreitet, wobei beide ihre eigenen Merkmale aufweisen. In der akademischen Musik basiert Polyrhythmik in der Regel auf einem festen Takt, wobei ungleiche rhythmische Figuren in bestimmten Intervallen synchronisiert werden. In der Volksmusik, beispielsweise in Afrika oder Indien, weichen die Downbeats in jedem Rhythmus oft leicht vom exakten mathematischen Takt ab.

Auch in der modernen Musik ist Polyrhythmik sehr verbreitet. Ein Beispiel ist der grundlegende Jazz-Puls des „Swing“, der eine Polyrhythmik ist und das Gefühl eines klassischen 12/8-Taktes erzeugt, indem ein Swing-Triolenmuster auf ein flaches Viertelbassmuster gelegt wird. Die Aufgabe eines Jazzmusikers besteht jedoch nicht darin, den Takt auszugleichen, sondern einen Klang zu erzeugen, der der volkstümlichen Polyrhythmik nahekommt.

Ein einfaches Beispiel für Polyrhythmik ist die Hemiola, eine Kombination aus Zweiteiligkeit und Dreiteiligkeit, wobei die Hemiola einen Polyrhythmus relativ zum Hauptpuls in derselben musikalischen Stimme erzeugen kann.

Zunächst gewöhnt sich das Ohr an den Dreiertakt, der dann mit Hilfe von Akzentmischungen zu einem Zweiertakt wird. Das Ohr nimmt diesen Zweiertakt jedoch aufgrund seiner Trägheit in einem Dreiertakt wahr, wodurch ein polyrhythmischer Klang entsteht.

Die Kombination von Pulsation auf 2 und 3 ist die einfachste und häufigste Methode, um Polyrhythmik zu erzeugen. Es ist beispielsweise möglich, Viertel-Triolen auf gerade Viertelnoten oder Achtelnoten zu überlagern:

Im zweiten Takt entsteht eine Art 4-mal-3-Polyrhythmus. Ein weiteres Beispiel für einen 4-mal-3-Polyrhythmus. Vierfache Akzente in einer Triolenlinie. Auch die umgekehrte Kombination ist möglich – die Überlagerung von Dreierakzenten auf Sechzehntelnoten. Eine der beliebten Techniken im Jazz ist die Überlagerung einer Viertelnote mit einem Punkt auf einem 4-Takt-Takt:

Dies sind die einfachsten Arten von Polyrhythmen. Komplexere Varianten des Polyrhythmus entstehen durch die Kombination von Fünf- und Sieben-Takt-Pulsationen. Eines der interessantesten Beispiele ist die Überlagerung von Fünf-Takt-Akzenten auf einer Triolen- und Vier-Takt-Pulsation.

Bitte beachten Sie, dass in beiden Größen die Übereinstimmung der Schläge durch eine Anzahl von Takten erfolgt, die der Dauer entspricht (in unserem Fall sind es 5).
Dies ist ein wichtiges Muster der Polyrhythmik, das auf der möglichen Umkehrbarkeit jeder Polyrhythmik in eine ähnliche in einem anderen Takt basiert. Das 16. Beispiel kann als Quintolen oder 5/16-Takt geschrieben werden.

Praktische Techniken zum Erlernen polyrhythmischer Rhythmen

Einige Arten von Polyrhythmen sind leichter zu lernen und wahrzunehmen, da sie auf der mathematischen Übereinstimmung rhythmischer Teile basieren und leicht zu berechnen sind, wie beispielsweise die Hemiola oder der 4-mal-3-Rhythmus. Es gibt jedoch auch Polyrhythmen, die auf der unabhängigen Wahrnehmung jedes Rhythmus basieren und unteilbar sind, wie beispielsweise Septoli im Verhältnis 16 zu Viertel-Triolen. Es ist wichtig, je nach verwendetem Musikinstrument die Unabhängigkeit beim Ausführen verschiedener Körperteile (Arme, Beine, Stimme usw.) zu entwickeln.

Beim Studium von Polyrhythmen lohnt es sich, sich ein Beispiel an Vokalmusikern zu nehmen, die auch Instrumente spielen. Sie raten oft dazu, die Übereinstimmung rhythmischer Schläge zu berechnen. Beim Singen ist es nicht üblich, die Entsprechung jeder Silbe zu einem bestimmten Akkord zu berechnen.

Ein effektiver Ansatz besteht darin, jeden Teil separat auswendig zu lernen und zu üben, bis er automatisch abläuft. Danach sollte man versuchen, sie miteinander zu synchronisieren. In der Praxis ist es am besten, Rhythmen in Polyrhythmen im oder nahe dem ursprünglichen Tempo zu kombinieren. Ein zu langsames Tempo kann dazu führen, dass zu viel Wert auf die Übereinstimmung der Schläge gelegt wird und die rhythmische Struktur zerstört wird. Das Wichtigste ist, zu lernen, jede Linie separat zu hören.

Da das menschliche Ohr nur drei unabhängige musikalische Linien gleichzeitig klar wahrnehmen kann, lohnt es sich, beim Hinzufügen einer vierten Linie die beiden bereits beherrschten zu einer zu kombinieren. In Zukunft werden wir auch Konzepte wie rhythmisches Mischen, rhythmische Modulation, rhythmische Modi usw. diskutieren. Vorerst sollte jedoch das Hauptaugenmerk auf dem Beherrschen von Polyrhythmen liegen.

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Patrick Stevensen
Published
November 10, 2023
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